Das Leben vieler Teilfamilien in der Stadt ist gekennzeichnet durch zunehmende Isolation der Ein- bzw. Zwei-Eltern-Familien. Aufgrund der heutigen Verkehrs- und Städtebauplanung sind die Lebensräume f�r viele Bevölkerungssschichten u.a. Kinder beschnitten.
Neben dem Wandel der Familie, sowie die in der heutigen Zeit geforderten Mobilität, geht der Verlust gut funktionierender nachbarschaftlicher Beziehungen einher. Gleichzeitig sind auch die früher vorhandenen Unterstützungsmöglichkeiten innerhalb der Gro�familie verlorengegangen. Das bedeutet, da� Familien zunehmend auf sich gestellt sind, da die Unterstützungs- und Entlastungsangebote nicht mehr existieren. Dadurch beschränkt sich der Erfahrungsraum der Kleinkinder heute aussschlie�lich auf die Kleinfamilie.
Durch die Verkehrspolitik mit ihrer klaren Priorität auf den Individualverkehr kann es ein "Spielen auf der Gass" im städtischen Raum nicht mehr geben. So ist für unsere Kinder nur noch ein beaufsichtigtes, kontrolliertes Spielen hinter dem Zaun möglich Dies verhindert das natürliche Entstehen von gewachsenen Beziehungen im Wohnumfeld der Kinder und Eltern. Daher müssen heute Eltern und Kinder neue Formen des Zusammenlebens entwickeln.
Eine Form dieses Zusammenwirkens sind selbstorganisierte Kleinkindergruppen.
Durch eine Kleinkindergruppe finden Kinder und Eltern ein überschaubares Umfeld von Kindern und Erwachsenen.
Durch die Regelm��igkeit in ihrer Gruppe treffen Kleinkinder in gleichen Zeitabst�nden andere Kleinkinder zum Spielen, die sie im Laufe der Zeit gut kennen lernen und damit Kontakt knüpfen zu neuen Erwachsenen. Somit wird dieser Ort sozialer Begegnung ein geschätztes Lernfeld für Kinder im Kontakt zu anderen Kindern und Erwachsenen. Durch diese Möglichkeit vertrauensvolle Beziehungen zu anderen Erwachsenen und Kindern aufzubauen, machen die Kinder erste Gruppenerfahrungen.
Durch die kontinuierlich, mehrmals wöchentlich stattfindenden Treffen wird die Kleinkindergruppe zum Bestandteil des Alltagslebens der Familie.
In diesem konkreten überschaubaren Rahmen machen die Kleinkinder erste positive Trennungserfahrungen.
Jedoch bringen diese Kleinkindergruppen nicht nur für Kinder Vorteile und positive Anregungen, sondern auch für uns die Eltern.
Zum einen bietet uns die Gruppe neue Kontaktmöglichkeiten und gegenseitigen Austausch, sowie neue Ideen, Unterstützung und Anregungen.
Au�erdem bekommen wie, meistens Mütter, konkrete Entlastung in ihrem Alltag, indem man sein(e) Kind(er) zu festgelegten Zeiten regelmä�ig abgeben kann.
Dies kann einer in den Familien vorhandenen Überforderungssituation entgegenwirken. Ohne diese Möglichkeit mü�te z.B. manche Mutter oder mancher Vater einen Arztbesuch mit mehreren Kleinkindern bewältigen.